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Beratung für Entscheider

Bei der Entscheidung, ein Onlineportal barrierefrei zu realisieren oder eine bereits bestehende Präsenz zu relaunchen ist es wichtig, sämtliche Vor- und Nachteile des Unterfangens auf einen Blick zu sehen. Dabei sind wirtschaftliche Gesichtspunkte ebenso zu beachten wie indirekte Auswirkungen und langfristige Entwicklungen.

Nachfolgend sind Argumente für und gegen Barrierefreiheit zusammengefasst und kurz beschrieben. Falls in einem individuellen Fall weitere Fragen auftreten, hilft “Keine Macht den Barrieren“ gerne auch in direktem Kontakt weiter.

Was spricht für Barrierefreiheit?


Erhöhung der Reichweite
Nach Expertenschätzungen sind in der Bundesrepublik ca. 28 Prozent der Bevölkerung aufgrund echter Behinderung oder anderer Einschränkungen kaum oder gar nicht in der Lage das Internet zu nutzen. Somit erweitert sich der potenzielle Adressatenkreis allein in Deutschland um ca. 23 Mio. Menschen.

PR Effekte
Engagement im Bereich Barrierefreiheit rückt immer mehr auch in das Interesse der Berichterstattung in den Medien. So berichtet nicht nur die Fachpresse und spezifische Informationsportale über die Entwicklung barrierefreier Webpräsenzen, sondern auch regionale und überregionale Zeitungen. Die Bereitschaft eines Unternehmens, Barrierefreiheit unter sozialen Gesichtspunkten umzusetzen trägt daher entscheidend zum Image gegenüber der Öffentlichkeit bei.

Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen
Aufgrund der aktuellen Gesetzeslage sind Körperschaften des öffentlichen Rechts dazu angehalten, ihr Internetangebot bis zum 31. Dezember 2005 barrierefrei zu gestalten. Bei einem Verstoß gegen diese Auflagen drohen Klagen von Betroffenen und Verbänden.

Vorteile für alle Nutzer
Einer der wichtigsten Punkte ist die Feststellung, dass Barrierefreiheit nicht nur den unmittelbar Betroffenen eine große Hilfe ist. So profitieren sämtliche Besucher eines Onlineportals von einer einfachen Handhabung und einer durchgängig logischen Navigation. Auch die Bedienbarkeit durch Tastenkürzel oder die skalierbare Schrift bieten “normalen“ Nutzern klare Vorteile. Zusammenfassend wirkt sich Barrierefreiheit insbesondere auf folgende Punkte aus: Verständlichkeit, Orientierung, Bedienbarkeit, Wahrnehmbarkeit und Nachhaltigkeit. Jeder dieser Bereiche ist auch für die Nutzung durch nicht eingeschränkte Menschen förderlich.

Innenwirkung von sozialem Engagement
Die soziale Orientierung eines Unternehmens muss nicht nur unter dem rein wirtschaftlichen Blickwinkel “Tue Gutes und rede darüber“ gewinnbringend sein. Auch die Mitarbeiter eines Unternehmens werden durch gemeinnützige Aktivitäten ihres Arbeitgebers motiviert. So trägt ein positives Unternehmensimage klar zur Identifikation eines Mitarbeiters mit seinem Arbeitgeber bei.

Flexibilität bei Ausgabegeräten
Durch die eindeutigen Richtlinien hinsichtlich Technik und Gestaltung barrierefreier Seiten, kann diese Standardisierung auch zur Darstellung auf verschiedenen Endgeräten genutzt werden. Besonders die Skalierung der Schrift und der gesamten Website ist bei der Ausgabe auf kleinen Bildschirmen ein Vorteil. Somit können PDAs, Handys mit http-Browser (Großteil der UMTS-Handys), Tablet PCs und Terminalinstallationen deutlich besser genutzt werden.

Verbesserte Druckausgabe
Anhand der für Barrierefreiheit verwendeten Stylesheets, ist eine deutlich verbesserte Druckfunktion möglich. So ist auf barrierefreien Seiten bei bedienen des Druck-Buttons eine Ausgabe ohne Navigationselemente und mit automatischer Anpassung der Größe an das Druckformat möglich.

Bessere Durchdringung der Zielgruppe “Behinderte“
Besonders Unternehmen, deren Zielgruppe unter Anderem Behinderte beinhaltet, erreichen durch die Implementierung von Barrierefreiheit eine wesentliche bessere Durchdringung dieses Segments. 80 Prozent der Behinderten nutzen trotz vorherrschender Barrieren das Internet als Informations- und Kommunikationsmedium. Durch den optimierten Zugang eines Internetportals wird diesen Bedürfnissen Rechnung getragen.

Optimierte Auffindbarkeit durch Suchmaschinen
Ein Top-Ranking in den großen Suchmaschinen ist für Anbieter von Informationen und Leistungen im Internet unumgänglich. Durch die Verwendung von Alternativtexten bei Bildern, Untertiteln für verschiedene Dokumente und die durchgängige Eingabe von Meta-Daten im Rahmen einer barrierefreien Gestaltung, werden Informationen geschaffen, welche durch Suchmaschinen deutlich besser auffindbar sind.

Einfache Umsetzung von Mehrsprachigkeit
Eine zunehmende Internationalisierung stellt mittelständische Unternehmen meist auch im Bereich Internet vor neue Herausforderungen. Sämtliche Inhalte müssen in die jeweilige Landessprache übersetzt werden. Dabei ergibt sich durch Animationen, Bilder und verschiedene andere Dokumente ein sehr hoher Aufwand, da diese oftmals komplett neu produziert werden müssen. Bei einer barrierefreien Seite und dem Einsatz eines Enterprise Content-Management-Systems liegen hingegen alle Inhalte als Text vor und können daher wesentlich einfacher und schneller übersetzt werden.

Kürzere Ladezeiten
Derzeit sind nur 13 Prozent der deutschen Haushalte über einen Breitbandzugang an das Internet angeschlossen. Diese Tatsache verdeutlicht die Notwendigkeit, auf Onlineportalen die Datenmengen so gering wie möglich zu halten. Ein barrierefreies Internetangebot gewährleistet aufgrund des Verzichts auf aufwändige und meist überflüssige Animationen und Spielereien kurze Ladezeiten auch für Nutzer eines Analog- oder ISDN-Zugangs.

Kompatibilität mit zukünftigen Browsertechnologien
Die Standardisierung der verwendeten HTML-Objekte für barrierefreie Internetangebote sichert die Kompatibilität mit zukünftigen Browsern. Somit bleiben teuere Nachbesserungen für eine korrekte Darstellung beim Wechsel einer Browsergeneration erspart.

Einfacheres Management von Onlineportalen
Die Trennung von Layout und Inhalt ist unter Anderem Bestandteil von barrierefreien Webangeboten. Durch ein Enterprise Content-Management-System wird das Handling von Inhalten zusätzlich in großem Maße erleichtert. Die kombinierte Zusammensetzung der Seite anhand eines ECMS ermöglicht beispielsweise eine mehrfache Positionierung eines Inhaltes, ohne eine Redundanz im System zu erzeugen.

Fokussierung auf den Inhalt
Für Internetportale, welche qualitative Dienstleistungen und Informationen anbieten, ist es wichtig, dass diese auch unverfälscht wahrgenommen werden. Für seriöse Seiten ist daher die Einbindung von Animationen und anderen irritierenden Elementen ungeeignet. Durch eine barrierefreie Gestaltung werden diese Bestandteile gezielt ausgeschlossen und somit der Fokus des Betrachters auf den eigentlichen Inhalt gelenkt.

Deckung eines bestehenden Bedarfs an Barrierefreiheit
Laut Studien wurde bereits fast die Hälfte aller kommerziellen Anbieter von Internetportalen bezüglich Barrierefreiheit angesprochen. Die Frage nach einer barrierefreien Umsetzung des Internetangebots direkt durch die Betroffenen zeigt den dringenden Handlungsbedarf für Unternehmen, die den Besuchern Ihrer Onlineportale gerecht werden möchten.

Gelungenes Design trotz Barrierefreiheit
Viele Informationssuchende zum Thema Barrierefreiheit werden durch das Design barrierefreier Seiten abgeschreckt. Jedoch bedingt der Verzicht auf einige Gestaltungselemente nicht zwingend ein unattraktives Layout. Ein ansprechendes Design und zugleich Barrierefreiheit gilt beispielsweise für die Projektbeispiele, welche auf diesem Informationsportal zu finden sind.

Keine Brwoserplugins nötig
Durch eine Darstellung ohne Objekte wie beispielweise Flash-Animationen, wird eine Seite auch ohne Installation zusätzlicher Browserplugins korrekt dargestellt.

Keine Sicherheitsprobleme
Falls die Zielgruppe eines Unternehmens größere Konzerne oder Firmen mit hohen Sicherheitsstandards mit einschließt, ist es wichtig, dass die angebotenen Informationen und Dienstleistungen bei den Zielpersonen einwandfrei dargestellt werden. Viele dieser Unternehmen sperren die Ansicht einzelner Objekte um die Gefahr durch Viren und Hacker zu minimieren. Eine barrierefreie Seite beinhaltet keines dieser Objekte und ist zudem selbst bei einer reinen Textdarstellung einwandfrei zu betrachten.

Was spricht gegen Barrierefreiheit?


Kostenaufwand in der Realisierungsphase
Insbesondere in der Planungsphase bedeutet Barrierefreiheit einen erhöhten Aufwand. Ein Onlineportal muss zusätzlich zu den normalen Planungen bezüglich Design und Inhalt unter dem Blickwinkel der Barrierefreiheit betrachtet werden. Der Mehraufwand an Planung sichert jedoch eine schnelle und effektive Umsetzung. Zudem garantiert eine intensivere Konzeptionsphase ein hervorragendes Ergebnis – nicht nur hinsichtlich Barrierefreiheit.

Höherer Pflegeaufwand
Durch die Eingabe von Alternativtexten und eine ausführliche Beschreibung sämtlicher “Nicht-Text“ Elemente, besteht ein erhöhter Pflegeaufwand. Durch den Einsatz eines ECMS kann dem jedoch entgegengewirkt werden. Beispielsweise wird dort die Beschreibung eines Bildes zusammen mit dem Bild gespeichert und kann als Objekt mehrmals platziert werden. Diese Form des Datenmanagements vereinfacht die Pflege und minimiert Redundanzen.

Einschränkungen beim Design
Barrierefreiheit bedeutet auch, Einschränkungen bei Layout und Design zu akzeptieren. Primär sind davon Objekte wie Animationen oder verspielte Navigationselemente betroffen. Der Verzicht auf diese Eigenschaften birgt aber auch Vorteile: Verbesserte Usability, Korrekte Darstellung auch auf älteren Computern, Keine Plug-Ins nötig, Kurze Ladezeiten und Fokussierung auf den Inhalt.

Einschränkungen bei der Funktionalität
Da im Rahmen der Barrierefreiheit einige interaktive Elemente für die Platzierung auf Onlineportalen ausgeschlossen sind, können Funktionalitäten nicht immer in der bisherigen Form verwendet werden. Doch auch eine barrierefreie Gestaltung bietet ausreichend Freiraum, sämtliche Ideen hinsichtlich Funktionalitäten zu realisieren. Ein ECMS ermöglicht zudem die vorherige Konstruktion aufwändiger Elemente durch die gezielte Entwicklung individueller Tools und bietet bei der Administration Komfort beim Anlegen und Pflegen von Seiten sowie volle Funktionalität auf der Benutzerseite.

Zu wenige Nutzer
Barrierefreiheit ausschließlich für Behinderte umzusetzen, würde in der Regel einen relativ kleinen Kreis an Adressaten nach sich ziehen. Daher wird der Aufwand im Vergleich zu den unmittelbar betroffenen Nutzern oftmals als zu hoch eingestuft. Diese Aussage verliert allerdings ihre Berechtigung schon alleine durch das Argument, dass alle Besucher eines Internetangebots von Barrierefreiheit profitieren.

 
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